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Handwerk & Bauen

Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB)

Die Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) berät Menschen, die ein altes Haus besitzen und mehr darüber wissen wollen.
Das Spezialgebiet von Dr. Dirk Wübbenhorst, Leiter der Außenstelle Wendland, ist die historische Hausforschung. „Wenn ein Haus beispielsweise 300 Jahre alt ist, gibt es neben den technischen Aspekten auch immer eine Menge an historischen Fragen. Wann wurde das Haus gebaut, wie war es ursprünglich und was ist noch im Original erhalten? Was ist besonders wertvoll, was ist ungewöhnlich? Was ist wann verändert worden? Viele Generationen haben ja im Laufe der Jahre daran gebaut. Wenn Hausbesitzer zu mir Kontakt aufnehmen, vereinbaren wir normalerweise einen Termin vor Ort und ich mache eine kostenlose Beratung. Natürlich geht es dabei nicht nur um historische Fragen, sondern auch um Fragen zur Sanierung und zum Umgang mit Baudenkmalen.“
Ein Projekt liegt dem Hausforscher besonders am Herzen: Die Anerkennung ausgewählter Rundlingsdörfer im Wendland als Weltkulturerbe der UNESCO. „Diese Initiative halte ich für sinnvoll und unser Verein unterstützt die Idee. Damit daraus etwas werden kann, muss allerdings Geld fließen, und das können sich nicht alle privaten Hausbesitzer leisten. Wir haben in den letzten Jahren schon Teilerfolge gehabt, aber es ist noch ein langer Weg zu einer nachhaltigen Sicherung dieser außergewöhnlichen Hauslandschaft. Trotzdem wollen wir versuchen, das weiter auf den Weg zu bringen.“

Bei dem Versuch, möglichst viele ländliche, historische Gebäude im Wendland zu erhalten, geht es zum einen um den Erhalt von wertvollem Kulturgut Es geht aber auch um Nachhaltigkeit. Bedingt durch den Strukturwandel sind die meisten Gebäude für die Landwirtschaft nicht mehr nutzbar. Dann muss man sich überlegen, wie man Gebäude in der Substanz erhalten und gegebenenfalls anders nutzen kann, beispielsweise indem man Stallungen zu Zweitwohnungen umbaut. Das Engagement der IgB soll dazu beitragen, in den Köpfen der Menschen eine noch größere Akzeptanz für das Thema zu wecken und diese Kulturschätze zu bewahren.

Gegründet wurde die Interessengemeinschaft 1973 in der Nähe von Bremen, als eine Art „Selbsthilfegruppe“ von Althausbesitzern, die sich mit ihrem Spezialwissen über die bestehenden Schwierigkeiten und Möglichkeiten untereinander austauschen wollten. Heute ist die IgB als eine der bedeutendsten und mitgliederstärksten Organisationen auf dem Gebiet der ländlichen Hauserhaltung und ehrenamtlichen Denkmalpflege anerkannt und die Initiativen und Aktivitäten des Vereins werden von privater und öffentlicher Seite gleichermaßen geschätzt und anerkannt.
Die Außenstelle im Wendland zählt rund 50 Mitglieder.
Klimaschutz ist zwar nicht unbedingt das primäre Ziel der Interessengemeinschaft, aber es gibt im Verein personell eine große Überschneidung mit Menschen, die im Klimaschutz aktiv sind. Zudem ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden, dass der Erhalt bzw. die Sanierung alter Gebäude vergleichsweise klimaneutral oder emissionsarm ist. Der Bau eines neuen Hauses verbraucht mehr Energie und Ressourcen, als der Erhalt eines alten Gebäudes. Und die alten Fachwerkhäuser bestehen in erster Linie aus Holz und Lehm. Wenn man keinen Sondermüll einbaut, ist auch keiner drin.

Aktuelles, Veranstaltungen und weitere Informationen findet man auf der Seite des Rundlingsvereins e.V., mit dem die IGB im Wendland eng zusammenarbeitet.
www.rundlingsverein.de

Titelbild
Autor: IGB

Groß Sachau 15 29459 Clenze
(Dr. Dirk Wübbenhorst)
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