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Natur & Artenvielfalt

Wasseransichten / WasserKlangPfad

Auf dem „WasserKlangPfad“ können die Besucher an verschiedenen Installationen Naturphänomene mit allen Sinnen erleben. Führungen sind nach vorheriger Anmeldung möglich und vor allem sinnvoll. „Ohne Anleitungen und Erklärungen gäbe es hier ganz viele Fragezeichen“, so Dr. Erich Bäuerle, der schon viele Schüler für die Physik und Mathematik begeistern konnte. Zum Beispiel durch die drei übereinander, an unterschiedlich langen Seilen aufgehängten Steine, die, wenn sie in Bewegung versetzt werden, im mathematischen Verhältnis eines Dur-Dreiklanges schwingen. Man hört sie nicht, aber man sieht sie, die Harmonie. Klang als optische Erfahrung – das ist durchaus faszinierend.
Mit seiner Art, Wissen zu vermitteln, verfolgt Dr. Bäuerle einen ganz eigenen pädagogischen Ansatz. „Ich kenne Menschen, die traumatisiert sind durch die Erfahrungen, die sie in der Schule mit Mathe und Physik gemacht haben. Dabei könnten das mit die schönsten Fächer sein, insbesondere in Verbindung mit Kunst und Musik. Durch die Trennung geht leider auch sehr viel Freude am Lernen verloren, und wenn erst der Leistungsdruck zum Prinzip erhoben wird und damit Versagensängste aufkommen, wird ein freudvolles (und damit nachhaltiges) Lernen eigentlich unmöglich. Aber die Angst beim Lernen muss raus. Wenn jemand Angst hat, kann er nichts lernen. “
Dr. Erich Bäuerle: „Ich möchte den sinnlichen Zugang zu Naturphänomenen ermöglichen. Meine Besucher können spielerisch erleben, wie toll die Sachen sind, von denen wir so wenig wissen. Lernen sollte zu wirklichem Wissen führen und nicht zu angelerntem Unwissen. Es werden in der Ausstellung Phänomene erfahrbar gemacht, um Interesse zu wecken. Wesentlich ist, dass durch eigene Beobachtungen Zusammenhänge erkannt werden. Darauf kann aufgebaut werden, wenn es (später!) ans Abstrahieren geht.
Vorgänge in der Natur zu beschreiben, ohne dass man sie vorher erlebt hat, ergibt wenig Sinn – da helfen auch aufwendig gemachte virtuelle „Lernhilfen“ nicht wirklich weiter. Im Wald, nicht vor dem Tablet, ist der Raum für Besinnung und Qualität.
Im Jahr 1996 hat Dr. Erich Bäuerle die „Moislinger Wasseransichten“ ins Leben gerufen – eine Ausstellung über Wellen-, Wirbel- und Schwingungsphänomene. Seit Mitte 2013 baut der Physiker eine ständig wachsende Ausstellung mit ganz ähnlichen Themen als „WasserKlangPfad“ in einem Waldstück gegenüber dem Naturum (dem ehemaligen Waldmuseum) in Göhrde auf.
Wir haben schon seit Jahrzehnten eine sich stetig verschärfende Krise, nicht erst seit Corona. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass wir da raus sind, wenn wir die Zeit mit Corona überstanden haben. Wir werden scheitern, wenn wir in punkto Wachstumsbegrenzung nicht radikal umdenken – und entsprechend handeln. Man muss aber schon ein notorischer Optimist sein, um weiterhin daran zu glauben, dass wir die Wende zu einem nachhaltigen Wirtschaften und Verhalten noch schaffen - aber alles andere ist nicht akzeptabel. Wenn wir allerdings Nachhaltigkeit schon dann als erreicht sehen, wenn z.B. ein ansonsten umweltschädlich wirtschaftendes Unternehmen auf dem Firmengelände Bienenstöcke aufstellt, und dies auch noch als Großtat für die Umwelt gefeiert wird, wird das nichts mehr dem Wandel. Wir brauchen mehr als Lippenbekenntnisse und kosmetische Korrekturen.
Vielleicht haben wir durch die aktuelle Krise die Chance, ein Umdenken zu erwirken. Viele haben in dieser Zeit gemerkt, was ihnen wichtig ist und worauf sie gut verzichten können. Besonders hier im Wendland müssen wir aufpassen, dass wir den Kommerz nicht an die oberste Stelle setzen und nicht den schieren Konsum zur Basis des wirtschaftlichen Wohlergehens machen. Dafür hat die Region, in der die Menschen freier leben als anderswo und einen großen Widerspruchsgeist haben, beste Voraussetzungen. Und es ist zu hoffen, dass insbesondere die jungen Leute nicht nachlassen in ihrem Widerstand zugunsten der Zukunft. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie erleben, wie schön solcher Widerstand sein kann und dass es sich lohnt.
Mein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz? "Da ich kein Auto habe, trampe ich sehr viel – und das klappt richtig gut! Also, genau betrachtet, leisten eigentlich die Autofahrer einen Beitrag."
Immerhin!

Titelbild
Autor: Susanne Siebels

König-Georg-Allee 5 29473 Göhrde
(Direkt Gegenüber des Naturum)
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